Analog rechnende Geräte

Analogrechner müssen nicht notwendigerweise aus logarithmischen Skalen bestehen. Sie können auch proportionale Hebel oder Getriebe enthalten oder sich die Gesetze der Elektrotechnik zunutze machen.

Ein Getrieberechner von Leonardo Torres Quevedo (1895) zur Bestimmung der reellen und komplexen Lösungen kubischer Gleichungen.

 

 

Eine Maschine zur Berechnung von Gezeiten von 1920. Die rückseitige Beschriftung der Postkarte lautet: "Uncle Sams mechanischer Prophet.". Auf der Aufnahme von der Rückseite kann man all die kleinen Räder erkennen, die zusammenarbeiten um die Zahlenfülle einer Gezeitentabelle zu erzeugen, die von den Küstenbehörden und geodätischen Ämtern in Washington veröffentlicht werden. Das Gerät berücksichtigt gleichzeitig 37 Einflussfaktoren, darunter die relative Position von Sonne, Mond und Erde und die Form des Hafens. Es berechnet die Zeit und Höhe des Hoch- und Niedrigwassers für hunderte von Häfen. Die interne Toleranz der Maschine beträgt 1/600 Zoll.

 


 

 

Auch dieser Tide Height Calculator dient zur Bestimmung von Tidenhöhen. Es ist allerdings sehr viel einfacher aufgebaut.

Bereits mit zwei Zahnrädern lässt sich ein einfacher Analogrechner realisieren. Komplizierter wird es, wenn die Übersetzung veränderbar sein soll. Rechts abgebildet ist das Display einer Zapfsäule. Das untere der beiden großen Zählwerke läuft mit der Pumpe und zeigt die getankte Benzinmenge an, das obere zeigt den zu zahlenden Preis. Über jedem der beiden großen Zählwerke befindet sich ein kleines grünes Zählwerk, das die insgesamt getankte Menge bzw. die gesamte Einnahme anzeigt.

Mithilfe der drei Zahnräder am unteren Rand kann der Tankwart den Preis pro Liter verändern. Eine Digital-anzeige entsprechend zu programmieren ist kein Hexenwerk, sehr viel komplizierter ist es ein dagegen mechanisches Getriebe mit fast stufenlos veränderbarer Übersetzung zu konstruieren.

 

Der Edmund Analog Computer ist ein elektronischer Analogrechner. Es können Multiplikationen und Divisionen, auch mit Sinus-, Kosinus- und Tangenswerten gegebener Winkel durchgeführt werden. Man stellt mit dem linken Drehknopf den ersten Faktor ein, der mittlere Drehknopf wird auf den zweiten Faktor gestellt und der rechte Drehknopf solange gedreht bis bei gedrücktem Testknopf auf der Anzeige die Nullstellung erreicht ist. Dann kann auf der rechten Skala das Ergebnis abgelesen werden. Das Ganze funktioniert wie eine Potentiometerschaltung mit drei Potis und wird von zwei 1,5-Volt-Batterien gespeist. Die Zeiger an den Potis können zur Eichung und Verbesserung der Genauigkeit mit Madenschrauben verstellt werden.

 

Während das vorhergehende Gerät als Bausatz für Bastler auf den Markt kam, war das nebenstehend abgebildete Gerät offenbar ernsthaft als analoger Taschenrechner gedacht. Der MATH-O-MATIC Star-lite NOMT- 660 wurde etwa in den 60er Jahren (also noch vor den digitalen Taschenrechnern) in Japan hergestellt. Er ist etwa 15cm x10cmx4cm groß.

Wer ihn kaufte und wozu er eingesetzt wurde, bleibt im Dunkeln. Ausweislich seines Einstellrads beherrschte er Multiplikation, Division Prozentrechnung und sogar Quadrieren und Wurzelziehen.

Photo courtesy of Professor Mohamad H. Hassoun, Detroit, Michigan, USA."

 

 

   

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