Kolonnenaddierer

Angesichts der hohen Preise für echte Rechenmaschinen verbreiteten sich im beginnenden 20. Jahrhundert auch einfachere Rechenhilfsmittel. Die so genannten Kolonnenaddierer dienen dazu, beim schriftlichen Addieren langer Zahlenreihen zuerst die Einer, dann die Zehner, dann die Hunderter aufzusummieren, manchmal auch zwei Stellen auf einmal - ähnlich, wie man das beim schriftlichen Addieren auch macht. Das angezeigte Ergebnis berücksichtigt automatisch den Übertrag, deshalb sind Kolonnenaddierer im Gegensatz zu den Blechschiebern richtige Rechenmaschinen. Allerdings funktioniert der automatische Übertrag in der Regel nur über eine Stelle hinweg. Frühe Entwürfe waren im Verhältnis zum begrenzten Nutzen meist zu aufwändig konstruiert und konnten sich deshalb nicht durchsetzen. Brauchbarer und weit verbreitet waren die Scheibenaddierer. Eher als Spielzeuge anzusehen sind dagegen Geräte wie die Add-em, bei denen die einzelne Ziffer durch mehrmaligen Tastendruck eingegeben werden muss, also die 9 durch neunmaliges Drücken der Einertaste.

Perfection Adding Machine
Archibald M. Stephenson
Joliet, Illinois
ab 1873,
Preis 1890: $1,50
 
Scheckkartengroßer und -dicker "Taschenrechner".
Zweischeiben-Addierwerk mit mechanischem Übertrag
rechts 0-9 Einer, links  0-19 Zehner, Resultate bis 199
Stifteingabe
Rückwärtsdrehen (Subtraktion) nicht möglich.
Rückstellung durch manuelles Vorwärtsdrehen auf 0.
Innenleben
Adix
Adix Company
Pallweber & Bordt
Mannheim

Preis 1903: 18 RM
G 47
Kolonnenaddierer mit dreistelliger Resultatanzeige
Zehnerübertrag über Zahnradgetriebe. Löschen der Einer und Zehner durch Drehen des rechten Zahnrads bei gedrückter 1. Löschen der Hunderter durch Drehen des linken Zahnrads.
Funktion 
Entwicklung 
 
Aderes
Hersteller unbekannt
Preis 1953: 40 DM
G 2
Weiterentwicklung der Adix im Bakelitgehäuse. Kolonnenaddierer mit dreistelliger Resultatanzeige
Zehnerübertrag über Zahnradgetriebe
Hebel für Nullstellung aller drei Stellen.
Gebrauchsanweisung
 
Webb Adder
New York
Preis 1889: $6
L 26
P 3
Zweischeiben-Addierwerk mit mechanischem Übertrag.
Addiert bis zu dreistellige Zahlen.
Stifteingabe (Hunderter links, Zehner und Einer rechts).
Resultate bis: 4999
Funktionsweise
Konkurrenzmodell  
Union Rechenscheibe
Dr. Albert Hauff Berlin
Berlin ab 1907
Preis 9 RM
G 66
Scheibenaddierer, "vieltausendfach bewährt" zur Addition zweistelliger Zahlen. Ein Einstellstift wird jeweils bei einer Zahl der äußeren silbernen Skala eingesteckt und dann zum Anschlag bewegt. Auf der inneren Skala (weiß auf braun) kann dann das Ergebnis abgelesen werden. Die Hunderterstelle ergibt sich aus der Position eines Stifts, der sich dabei auf einer Spirale von innen nach außen bewegt. Fast identische Geräte wurden in Großbritannien unter der Marke "Adall" vertrieben.
Gebrauchsanweisung (Rückübersetzung aus dem Französischen)
Verwandte Konstruktionen
Additioneur
Joseph Funke 1915
Nachbau
Wolf.-G. Blümich
L 16
Additionsgerät mit vollautomatischem Übertrag.
Zwei Drehscheiben mit unterschiedlich versetzter Lochung
Zahleneingabe (einstellige Werte) mit Stift
Resultat im Zahlenbereich bis 300
Funktionsweise 
Add-em
Western Stamping Co.
Tom Thumb Products
Jackson
Michigan, USA
Addition, 3 Stellen
Eingabe über Tasten durch mehrfaches Drücken der Einer- Zehner- und Hundertertaste.
"To clear push keys to zero"
Innenleben
Penn State Adder
No.707
Hong Kong
 
Zählgerät, z.B. für Ausgaben im Supermarkt
Eingabe über mehrfaches Drücken der Tasten
automatischer Zehnerübertrag
Nullstellung über Drehknöpfe
Profiausgabe

 

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