Zahlenschieber

Zu den populärsten Rechengeräten des 20. Jahrhunderts gehören die Zahlenschieber. Sie sind preiswert herzustellen, und ihre Bedienung ist einfach: Mit einem Stift werden Zahnstangen unter den Schaulöchern der Deckplatte verschoben. An der Farbe der Zahnstange am Einstichpunkt erkennt der Bedienende, ob er den Stift nach oben oder nach unten führen muss. In der Führungsrille wird der Stift um eine U-Kurve geführt und zieht die benachbarte Zahnstange um eine Stelle nach unten. Erfunden wurde das Prinzip um 1850 von Kummer, erfolgreich vermarktet wurde es zunächst etwa ab 1880 in Frankreich von Troncet, dann in Deutschland von Hamann (Trick) und später von Meuter (Produx) und Kübler (Addiator). Außer den hier gezeigten Geräten gab es auch Scheibenrechner nach demselben Prinzip. Die Geräte selbst taugen zum Addieren und Subtrahieren. Für die Multiplikation wurden mitunter Tabellenbücher zugegeben, später gab es Kombinationen mit Rechenstäben. Andere Hilfsmittel wie Notiztäfelchen zum Multiplizieren (Addiator Multix, Rechenhexe) sind meist für den Dauergebrauch nicht geeignet.

Bassett Adder
Modell 3
J.H. Bassett & Company
Chicago, USA
1918
Addition 8 Stellen mithilfe von Endlos-Lochbändern, die um einen Holzrahmen herumlaufen.
Frühe Versionen (ab 1913) besaßen nur einen schwarzen Balken über der Ziffer, über der ein Übertrag zu berücksichtigen war. Beim abgebildeten Modell 3 erscheint ein rotes Signal, wenn an einer Stelle ein Übertrag berpcksichtigt werden muss. Dieser kann einzeln ausgeführt oder durch Addition von 1 in der höheren Stelle berücksichtigt werden.
Trick
Mercedes,
Mehlis, Deutschland
ab 1912

Tasco
Pocket Arithmometer

USA
ca.1960
Addition, Subtraktion 8 Stellen
Bedienung mit Stift
Hakenzehnerübertrag
Umschalten auf Subtraktion durch Verschieben einer Maske
Correntator
Jean Bergmann, Berlin
(Herstellung Otto Meuter)
SN 103917
Preis 1923:10 RM

Exactus Mini-Add

Exactus Business Machines
London, ca. 1965
G 17 
 
Correntator: Addition und Subtraktion 9 Stellen
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Umschalten auf Subtraktion durch Umlegen einer Klappe

Exactus: Addition und Subtraktion für englische Währung
Pfund (vierstellig), Schilling (zweistellig bis 20), Pence (einstellig bis 12) und Viertelpence
Geräte für englische Währung 
Tarema
H. W. Ebmeyer
Leipzig ca. 1935
Addition und Subtraktion 9 Stellen
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Addition und Subtraktion auf einer Seite.
  Produx
Otto Meuter, Hamburg

links:
Saldo-Maschine
Modell Standard ab 1928
G 31

rechts:
Rechenhexe
OEM-Ausführung ca. 1955
G 46
Addition und Subtraktion 8 Stellen
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Addition und Subtraktion auf einer Seite

Rechenhexe mit 10 Stellen  und "Dekadenschieber" zum Multiplizieren. Bedienungsanleitung zum Download

Produx-Rechner wurden von Handelsvertretern auf eigene Rechnung und unter eigenem Markennamen vertrieben.

Machine à calculer
RAYMOND

einseitige Ausführung
Casimir Raymond, Pernes
Frankreich
1948
Preis 1949: 1600 Franc

Addition, 9 Stellen, Löschschieber
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Subtraktion über selbst zu errechnende Komplementärzahlen, auch Multiplikation und Division wird in der Anleitung beschrieben.
Erhältlich war außerdem eine doppelseitige Ausgabe
(Rückseite für Subtraktion)
Addiator
C. Kübler, Berlin ab 1920

links Supra
SN A121490
Mitte Duplex Alu
SN A613975
rechts Universal
Preis 1967: 13,50 DM
G 39

 
Die drei gebrächlichsten Größen des Addiator:
Supra: groß doppelseitig, Subtraktion auf Rückseite
Duplex: klein doppelseitig, Subtraktion auf Rückseite.
Universal: 6-stellig, einseitig, zusätzlich Anzeige negativer Zahlen ähnlich Castell-Addiator
Innenansicht  Geräte für Zoll und Zeit   Hexadat
addiator.de
Addiator Negativ
SN 173844
mit Multix

C. Kübler, Berlin
G 42 
Addition / Subtraktion 8 Stellen
Subtraktion auf der Rückseite
Auf der Rückseite mit Anzeige für negative Zahlen.
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag

Anklemmbare Zusatzvorrrichtung "Multix" mit Notizfeldern aus löschbarer Wachsfolie zur Beschriftung mit dem Rechenstift. Das obere Feld ist gegenüber dem unteren verschiebbar. 
Funktion  Anleitung  tang-ram.de
Addiator Elsarie
Ausführung des Addiator Duplex für den arabischen Markt
C. Kübler, Berlin
Addition / Subtraktion 7+1 Stellen
(letzt Stelle rechts für Achtelbruchteile)
Subtraktion auf der Rückseite
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Rechnerlexikon
Maximator
(OEM-Addiator)
ca. 1950
C. Kübler, Berlin
Addiator Negativ mit zusätzlichem "Speicherwerk" auf einem Tischfuß aus Gusseisen. Das Speicherwerk ist ein einseitiger Addiator, mit dem Zwischenergebnisse addiert werden können.
Zeitweise wurden die Markennamen "Addiator" und "Produx" von verschiedenen Angehörigen der Familien  Kübler bzw. Meuter gleichzeitig genutzt. Umgekehrt stellten die Firmen auch Rechner her, die von Handelsvertretern unter eigenem Markennamen vertrieben wurden.
addiator.de

Rechenwerkzeug.de