Kombigeräte

Die Hohe Schule der Rechenmaschinenkonstruktion ist die Vierspeziesmaschine: ein Rechner, die für Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division einsetzbar ist. Dabei bleiben die beteiligten Zahlen zwischen Eingabe und Ausgabe in der Mechanik. Den ersten Entwurf eines Rechners, der dieser Forderung genügt, lieferte Leibniz, in Serie produziert wurde er erst von Thomas im frühen 19. Jahrhundert. Bei früheren Entwürfen wie der Schickard-Maschine gab es dagegen jeweils einen Systembruch zwischen Addition/Subtraktion und Multiplikation/Division. Richtige Rechenmaschine waren lange Zeit nicht für Privatleute erschwinglich. So kombinierten die Hersteller von preiswerteren Zahlenschiebern ihr Produkt mit einem Buch, einer Napier-Tabelle oder einem Rechenschieber. Die Zahlenschieber-Rechenschieber-Kombi war sicher brauchbar. Viele andere Kombinationen waren jedoch eher dekorativ als praktisch. Die wunderschöne (und recht große) Bamberger Omega wird im Katalog des Arithmeums gar als "fast funktionsloses Spielzeug" verspottet. Und auch die Übergangs-Kombis aus mechanischen und elektronischen Rechnern wirken heute ausgesprochen exotisch.

Bamberger Omega
Justin W. Bamberger & Co
München
Modell 3 von 1906
48 RM
Die Basis der "Rechenmaschine" besteht aus einem Zahlenschieber ohne automatischen Übertrag nach dem Prinzip des Locke Adders, der mit Fingern bedient wird. Zusätzlich ist im Additionsteil ein Notizblock integriert.
Im Deckel der Kiste findet sich eine mit Schiebern einstellbare Tabelle nach dem Prinzip der Napier-Stäbe, die das Ein- bis Neunfache einer links eingestellten mehrstelligen Zahl anzeigt, und eine Merkhilfe für mehrstellige Faktoren. 
Gebrauchs-Anweisung
Addiator Negativ
SN 173844
mit Multix

C. Kübler, Berlin
G 42 
Addition / Subtraktion 8 Stellen
Subtraktion auf der Rückseite
Auf der Rückseite mit Anzeige für negative Zahlen. Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Andere Zahlenschieber-Kombinationen

Anklemmbare Zusatzvorrrichtung "Multix" mit Notizfeldern aus löschbarer Wachsfolie zur Beschriftung mit dem Rechenstift. Das obere Feld ist gegenüber dem unteren verschiebbar. 
Funktion  Anleitung  tang-ram.de
Maximator
(OEM-Addiator)
ca. 1950
C. Kübler, Berlin
Addiator Negativ mit zusätzlichem "Speicherwerk" auf einem Tischfuß aus Gusseisen. Das Speicherwerk ist ein einseitiger Addiator, mit dem Zwischenergebnisse addiert werden können.
addiator.de

Ausgeleiefert wurde der Maximator auf Wunsch auch mit einem dicken tafelwerk "Multi-Divi"
Castell Addiator
Faber-Castell
12,5 cm-Skala
System Rietz 67/87
1963
 
Kombination eines Rechensschiebers für Multiplikation, Division, sin, tan und Wurzeln mit einem Addiator-Zahlenschieber für Addition und Subtraktion auch negativer Zahlen.
Näheres
Castell-Prospekt von 1955 im Sliderulemuseum
Faber Castell TR1
Faber Castell
Stein bei Nürnberg
12,5cm-Skala
1974
ca. 450 DM
(geschätzt)
SN 015070172
Kombination aus Taschenrechner (für Grundrechenarten) und rückseitigem Rechenstab (für Wurzeln, Trigonometrie, Logarithmen,...). Heute sind die Akkus kaputt und nur der Rechenstab funktioniert noch.
Japanisches Pendant
Taschenrechner mit Soroban
Sharp Elsi Mate EL 8048
No. 002
ca. 1980



Etwa 10 Jahre nach Einführung der ersten Taschenrechner stellte die Firma Sharp mehrere Ausführungen eines "Tascherechners" mit angebautem Abakus her. Welches der beiden Geräte für die Hauptarbeit und welches für die Kontrollrechnung bestimmt war, ist im Nachhinein nicht mehr feststellbar.
Deutsches Pendant  ►
Nathan Zeldes   Sunny 

Rechenwerkzeug.de  /span>